Waldbericht
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"He, die Höhle ist kaputt", tönt es laut vor
dem Bauwagen. Da müssen am Feiertag wieder Zerstörer am
Werk gewesen sein. So werden an diesem Morgen erst mal
die Reviere abgesteckt, die Rollen verteilt und der Platz
nach evtl. Schäden bzw. noch erhaltenen Häusern, Gärten,
Küchen usw. utersucht. |
Dem Ruf: "Eincremen" folgen alle
Kinder rasch und stellen sich diszipliniert wie die
Engländer in
die Reihe um ihr "Fett", (die Mückenabwehrcreme) abzukriegen.
Während Frau Kobus und Frau Müller den
Tag besprechen, Telefonanrufe
entgegennehmen, den Bollerwagen
ölen und Schaufeln, Sägen und Wasserkanister
packen, haben die
Kinder noch mal Zeit, die zerstörten Spielhäuser wieder
herzustellen.
Mit Hilfe der Freunde ist schnell der alte Zustand
wieder hergestellt, evtl. sogar noch
besser, denn nun hat die
Höhle auch noch eine Kanone zur Verteidigung im Vorgarten
stehen.
Kurz noch der Test wie viele Kinder in die Höhle hineinpassen dann
erklärt der
"Bestimmer" dass alle die sich gemeldet haben in
seiner Gruppe mitspielen können.
Wir haben gerade noch Zeit den Plan der
Höhle aufzuzeichnen und schon müssen die
Rucksäcke in den
Bollerwagen gepackt werden. Zum Halbmond-Sofa soll es gehen
und
ich "darf" heute zusammen mit Thommy den Bollerwagen ziehen
während Miriam von
hinten kräftig schiebt. Während der Fahrt
werden mir schon jede Menge Infos über den
Platz mitgeteilt: es
gibt einen Balancierbaum, einen Schaukelbaum, den
Monsterbach
huuuh.....ich werde richtig neugierig. Am Wegesrand
werden jede Menge Blumen
bewundert, der frische morgendliche
Waldduft wird inhaliert und nebenbei schon die ersten
Stöcke und
sonstigen "Spielzeuge" aufgesammelt. Das Steuern des Bollerwagens
will
auch geübt sein und auf einen lauten Schrei: "Vorsicht,
Schnecke!" kann ich gerade noch
rechtzeitig eine Umleitung
fahren.
So, nun sind wir da und jeder schnappt
sich seinen Rucksack und wer Werkzeuge
braucht auch diese und
rennt zum Waldsofa. Olga, Pauline, Rebecca, Lucas S.,
Bettina,
Nick und Thommy sichern sich gleich ihre Plätze im
"Flugzeug". Es ist ein wilder,
unruhiger Flug mit Luftlöchern den
die Kinder aber souverän meistern (Bild). Freihändig
wippt der
Pilot auf einer Astgabel auf und nieder, dass mir vom Zusehen ganz
mulmig
wird, aber schnell merke ich die Sicherheit der Kinder und
mache mir keine Sorgen mehr.
Unterwegs wird das Flugzeug
angehalten und Frau Kobus, die als Sicherung fungiert,
checkt mit
dem Bordmechaniker ob die Maschine noch genug Sprit hat und ob
alle
Schrauben noch fest sitzen. Alles ist OK und weiter geht der
wilde Flug.
Währendessen kochen Julia, Miriam und
Lioba ein Ragout aus abgeschabten Holzspänen
und Frau Müller
rundet das Gericht mit feiner Dreckwürze ab.
Im "Urwald" nebenan läuft der Hausbau auf
vollen Touren. Man gelangt nur auf einem
geheimen Weg und über
den Balancierbaum in das Baugebiet. Unter Mühen endlich
dort
angelangt verlangen die Wächter auch noch ein Passwort von
mir, aber als sie meine
verzeifelte Mine sehen lassen sie mich
gnädigst auch ohne durch. Ich darf sogar das
Haus besichtigen,
das alle möglichen Schikanen aufweist wie z.B.
Schiebe(baum)tür,
Anbau, Klo und im Feuer bruzzelt eine grosse
Wurzel, das Hähnchen. Von dem
bekomme ich nun aber nichts ab, und
ich verziehe mich besser wieder durch Unterholz.
Die Zeit vergeht wie im Flug und schon
stehen wir wieder brav in der Reihe, diesmal mit
Handtuch
untergeklemmt, um die Hände fürs Vesper zu waschen. Nachdem die
Plätze
zur Zufriedenheit aller verteilt sind kann mit dem Essen
begonnen werden. Dabei werden
neugierige Blicke in die Vesperdose
des Nachbarn geworfen um festzustellen, was man
sich unbedingt
von der Mama für den nächsten Tag wünschen könnte.
Das Essen ist eine Gelegenheit um
wichtige philosophische Fragen zu klären: "Gell der
Himmel ist
das Weltall ....." aber auch um rumzukaspern und Witzelverse über
die
Kameraden abzusingen oder im Chor zu wünschen dass es jetzt
regnen soll .....
Als Frau Kobus das Buch vom Wurzelpeter
auspackt habe ich plötzlich auf jedem Knie
ein Kind sitzen, wo es
einfach kuscheliger scheint sich eine Geschichte
anzuhören.
Gespannt lauschen die Kinder wie die Pilzmännlein ihre
Pilze züchten und welche List sie
anwenden um den giftigen
Knollenblätterpilz von dem wohlschmeckenden
Waldchampignon für
die Menschen erkennbar zu machen.
Kaum ist die Geschichte beendet fällt der
vorher herbeigesungene Regen mit ein paar
einzelnen Tröpfchen vom
Himmel, was uns veranlasst dazu das Regenlied: Es regnet,
es
regnet ..... zu singen. Die Finger bewegen sich dabei wie die
fallenden Regentropfen und
mit dem Liedende ist auch der winzige
Schauer vorüber. Die Kinder haben anscheinend
noch nicht genug
vom Singen und möchten noch ein bisschen fürs Sommerfest
üben
........ aber das ist geheim!!!
Eine Lauscherunde beschliesst den
Aufenthalt beim Waldsofa und nachdem alle
Schaufeln und Sägen
abgezählt und verstaut sind werden die Pferde (die selben wie
beim
Herweg) vor den Bollerwagen gespannt und mit Hüa gehts
bergauf.
Einige "dringende Geschäfte" und das Bestaunen
und Retten eines Hirschkäfers auf dem
Rückweg lassen uns den Rest des Weges im
Eiltempo zurücklegen, aber es reicht
noch
für einen Schlusskreis und das Lied:" Wir
wünschen uns ein schönes Wochenend ........
"bevor alle zur Schranke stürmen, wo Papas,
Mamas, Opas, Omas ....... und schliesslich der Bus die Kinder in
Empfang nehmen.
Schön wars, ich bin dankbar dass mein
Kind sowas fünfmal die Woche erleben darf.
Anette